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Main-Post
27. Oktober 2011


Möbel Angermüller bleibt in der Familie

Millionen Euro teurer Umbau nach Einstieg von Jan Angermüller in die Firma
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Von unserem Redaktionsmitglied
HUBERT HERBERT
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BAD NEUSTADT Nicht nur innen, auch außen wird derzeit noch kräftig am Möbelhaus Angermüller gewerkelt. Es ist noch viel zu tun, bis Mitte, Ende November der Umbau fertig sein soll. Beim Gang durch das Haus wird schnell klar, alles wird offener, übersichtlicher, klarer. Der Turmbereich ist mit einbezogen. Erste Ecken sind bereits fast fertig, erste Ausstellungsstücke stehen schon, wenn auch gut abgedeckt – schließlich gibt es noch genügend Staub, bis die Arbeiten zu Ende gehen.

Arbeiten, die immerhin mehrere Millionen Euro kosten, wie Hans-Joachim Angermüller bestätigt. Und diese hohe Summe ist es, die Gerüchte über einen Verkauf von Angermüller an einen großen Möbelhauskonzern doch sehr unwahrscheinlich werden lässt. Derart große Investitionen würde man kaum machen, um das Haus nachher zu verkaufen, so Angermüller im Gespräch mit der Main-Post.

Das bestätigt sein Sohn Jan, der neben ihm sitzt. Genau genommen ist er nämlich der Grund für die Investitionen bei Angermüller. Denn nachdem er sich vor zwei Jahren dafür entschieden hat, in den Familienbetrieb einzusteigen, war es an der Zeit Pläne für eine Neugestaltung des in die Jahre gekommenen Gebäudes in Salz aus der Schublade zu holen, wie sein Vater erklärt. Mit seinem Firmeneintritt war die Entscheidung gefallen, dass Möbel Angermüller als Familienbetrieb weitergeführt wird. Andernfalls, so der 63-jährige Hans-Joachim-Angermüller, hätte er sich natürlich überlegen müssen, was aus seinem Möbelhaus geworden wäre. Ein Verkauf wäre dann natürlich eine Option gewesen, sagt er.

Für Jan Angermüller war nicht von Anfang an klar, dass er im Möbelgeschäft seines Vaters einsteigt und es weiterführt. Nach seinem BWL-Studium hat er auch einmal in die Bankenwelt hineingeschnuppert. Ein Auslandssemester führte ihn außerdem ein Jahr nach Neuseeland.

Nachdem die Entscheidung für den Einstieg in die Firma seines Vaters gefallen war, hat sich Jan Angermüller dann zunächst bei Möbel Brügge in Neumünster in der Möbelbranche umgesehen. In den eineinhalb Jahren dort hat er die Küchenabteilung mit aufgebaut. Mit Firmen übrigens, von denen einige jetzt beim Umbau von Möbel Angermüller in Salz mitarbeiten. Jan Angermüller ist es auch, der dort in erster Linie die Bauarbeiten koordiniert.

In den nächsten drei, vier Jahren soll sich Jan Angermüller noch besser in die Firma einarbeiten. Dann will sich Hans-Joachim Angermüller mehr aus dem Geschäft zurückziehen. Nicht ganz natürlich, aber er sagt: „Dann muss die nächste Generation ran“.

Gleichzeitig mit dem Generationen-Umbruch ändert Angermüller sein Konzept. Der SB- und Mitnahmebereich fällt weg. „Der lief bei uns eh nur nebenbei“, so die beiden Angermüllers. Diesen Bereich bietet künftig Möbel Roller an. Für ihn hat Angermüller eine Lagerhalle gebaut. Die mietet Roller ebenso wie Verkaufsfläche von Angermüller an.

Angermüller selbst wird sich auf den Bereich anspruchsvollerer Möbel spezialisieren. „Wir wollen aber kein Edelladen werden“, so Hans-Joachim Angermüller. Das Angebot soll von absolut bezahlbar bis zu Anspruchsvollerem reichen. Damit will sich Angermüller von den großen Möbelhaus-Ketten abheben. Angermüller soll so attraktiv werden, dass sich die Kunden bei Einrichtungsfragen sagen: „Da müssen wir hinfahren.“ Doppelt so viele Parkplätze wie bisher wird es jedenfalls geben, ebenso ein kleines Bistro. Außerdem bekommt das Haus einen Fahrstuhl und ist behindertengerecht umgebaut.



Main-Post
1. Juli 2011

Zurück zur Kernkompetenz

Für den SB-Möbelbereich holt Angermüller einen Groß-Filialisten als Mieter
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Von unserem Redaktionsmitglied
HUBERT HERBERT
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Es tut sich was bei Möbel Angermüller in Salz. 6500 Quadratmeter Fläche stehen schon leer und überall auf den restlichen gut 13 000 Quadratmetern stehen Möbel, die mit Preisnachlässen ausgezeichnet sind. Viele Kunden fragen sich, was genau geschieht. Es war sogar schon zu hören, Angermüller würde verkauft.

Ein Gerücht, wie Hans-Joachim Angermüller im Gespräch mit der Main-Post betont. Auch wenn es Kaufinteresse großer Möbelkonzerne gegeben habe, man habe sie abgelehnt. Es sei vielmehr so, dass nach einer Zeit der Abwägung und dem Eintritt von Sohn Jan in die Firma das Haus in Bad Neustadt konzeptionell neu aufgestellt werde. Und dafür wird Angermüller kräftig investieren: zwischen fünf und sechs Millionen Euro.

Der Grundgedanke bei der Neuausrichtung auf dem Weg in die Zukunft von Möbel Angermüller, ist die Konzentration auf die Kernkompetenz. Untersuchungen zum Beispiel mit Fachverbänden, hätten gezeigt, dass eine reine Vergrößerung der Verkaufsfläche um 10 000 Quadratmeter von den Kunden nicht so recht zur Kenntnis genommen würde.

Deshalb, so Angermüller, habe man sich darauf besonnen, was Angermüller eigentlich sei: ein solides, gehobenes Einrichtungshaus, mit guter Beratung, guter Qualität und deswegen nicht ganz billig. Zwar, so Angermüller weiter, habe man bisher auch einen SB-Möbel-Bereich gehabt, der habe aber eher eine untergeordnete Rolle gespielt.

Das neue Konzept, so erklärt er, wird diesen Bereich weit besser abdecken als bisher. Denn Angermüller hat sich als Mieter einen der ganz großen SB-Möbel-Filialisten geholt. Den Namen will er noch nicht nennen. Als Mieter von Angermüller könnte es dessen 100. Filiale werden.

Rund 6500 Quadratmeter der bisherigen Verkaufsfläche wird der SB-Möbelhändler bei Angermüller anmieten. Außerdem lässt Angermüller gerade ein Hochlager auf der Fläche bauen, wo bisher ein Zelt mit Gartenmöbeln stand. Auch das wird der SB-Möbelhändler anmieten.

"Es wird eine klare Trennung zwischen dem SB-Möbelhändler und der Firma Angermüller geben." Zum einen natürlich räumlich, zum anderen aber auch ganz klar im Sortiment und im Preissegment. "Man muss besser sein als die anderen", ist die einfache Philosophie seines Hauses für die Zukunft, die er zusammen mit seinem Sohn Jan gestalten will.

Der Verzicht auf den SB- und den Gartenbereich, macht eine Verkleinerung der Verkaufsfläche möglich, erläutert Angermüller. Die wird komplett umgestaltet. Es soll künftig deutlich mehr Wert auf die Präsentation der Waren gelegt werden. Besuche bei Häusern in Mailand waren für die Ideenfindung sehr hilfreich, macht Angermüller klar.

Der Umbau des Gebäudes, der bis Ende Oktober bei vollem Betrieb erfolgen wird, sieht nicht nur vor die Infrastruktur auf den heutigen Stand zu bringen. Innenarchitekten konzipieren einen modernen Verkaufsraum, mit breiten Laufstraßen und durchdesigned bis zu den Toiletten. Ein Vorteil der kleineren Verkaufsfläche wird es sein, dass die Verkäufer besser beraten können. Es wird einfach eine größere Verkäuferdichte geben, weil zwar die Verkaufsfläche kleiner wird, die Zahl der Verkäufer dagegen nicht.

Während der Umbauphase, ab Mitte Juli, wird es außerdem einen Polstermöbel-Discount im ehemaligen Möbel-Pfeuffer geben.

Ein bisschen was hat die Neukonzeption wohl auch mit dem Generationswechsel in dem Familienbetrieb zu tun. Nicht dass sich der 63-jährige Hans-Joachim Angermüller zurückziehen wollte. Aber die Aufnahme des 26-jährigen Sohns Jan bringe natürlich neue Impulse. Der hat BWL studiert und war eineinhalb Jahre in verantwortlicher Stellung in einem Möbelfachhandel. Ein Mann vom Fach also. Hans-Joachim Angermüller sieht die nähere Zukunft dann auch ganz einfach und sagt zu seinem Sohn: "Die nächsten vier Jahre hilfst Du mir, danach helfe ich Dir."